Bereits als Dreikäsehoch nahm ich mir felsenfest vor, später einmal dort zu arbeiten, wo mich Bücher umgeben würden. Je mehr, desto besser.
Ich wurde Beamte.
Um meinem Leben etwas mehr Sinn zu verleihen, sammelte ich Bücher, bis sich die Regale bogen, erlebte dreizehn Jahre lang viel Aufregendes mit meinem Pferd und strickte abends nicht nur Socken sondern auch Geschichten.
Die schrieb ich nieder und versenkte sie im Nirgendwo.
Bis eines Tages ein entscheidender Satz fiel: Wetten, dass du es nicht schaffst ein richtiges Buch zu schreiben?
Inzwischen habe ich etliche Romane und drei Kurzgeschichten über den Dead Soft Verlag veröffentlich sowie weitere Bücher gemeinsam mit einer guten Freundin geschrieben.
Mittlerweile bin ich unter die Fuchtel zweier Katzen geraten, die mich zu lustigen Suchspielen nach allem, das nicht festgekettet ist, verleiten und ich habe meine Leidenschaft fürs Modern Line Dance entdeckt.
Schreibst du unter Pseudonym? Und wenn ja: Warum?
Ich schreibe unter meinem richtigen Namen.
Wo kommst du her, wo lebst du heute und/oder wo würdest du gerne leben?
Ich lebe in Braunschweig. An gewissen Tagen steige ich allerdings in mein Raumschiff und fliege zwecks Erholung auf meinen Heimatplaneten. Es ist der achte Stern, direkt rechts neben der Milchstraße. Leider kann ich mit einer normalen Tastatur seinen Namen nicht wiedergeben.
Ich liebe die Nordsee und könnte mir durchaus vorstellen, dort meinen Lebensabend zu verbringen. Quasi im Strandkorb sitzen und mit einem gepflegten „Klei mir an’n Mors!“ auf den Lippen den Bügelverschluss einer Bierflasche ploppen lassen, während ich die Zehen in den Sand bohre.
Wer bist du, wie definierst du dich und/oder wer würdest du gerne sein?
Ich bin langweilig, verträumt, verrückt, stur, emotional, hartnäckig, neugierig, orientierungslos, wahnsinnig, beschützend, direkt, manchmal still, manchmal plappernd … Ich bin eine bunte Wundertüte. Und nichts anderes möchte ich gerne sein.
Für wen schreibst du?
Früher habe ich für mich geschrieben. Da waren dauernd Geschichten in meinem Kopf, die wollten einfach raus.
Heute schreibe ich für jeden, der sich für eine kleine Weile eine Auszeit vom Hier und Jetzt wünscht und bereit ist, mir in andere Welten zu folgen.

Wer oder was motiviert dich zum Schreiben?
Definitiv meine übersprudelnde Fantasie. Ich bin ein absoluter Chaosschreiber. Viele Bücher entstehen durch einen Satz, den ich höre. Oder dank eines Blümchens am Wegesrand. Oder einer auffälligen Person auf der Straße. Vielleicht auch, weil ich ein bestimmtes Lied höre? Egal. Alles kann ein Auslöser sein. Dann tippe ich wie verrückt los oder zücke Notizbuch und Kuli und schreibe, schreibe, schreibe. Das ist für mich super spannend, weil ich komplett ohne einen Plot arbeite und ich daher keine Ahnung habe, wohin mich die Geschichte führt. Es ist diese Spannung, die mich motiviert. Und natürlich will ich wissen, wie die angefangene Story endet.
Auch die Recherche zu den Büchern macht mir Spaß. Man lernt immer wieder etwas Neues, sei es über Sedimentschichten oder über das Sozialverhalten von Rabenvögeln. Für eines meiner Bücher habe ich mich wochenlang in die walisische Geschichte ab 1150 vergraben und darüber völlig die Zeit vergessen.
Wo oder in welchem Kontext schreibst du am liebsten/besten?
Wenn mein Tag im Büro beendet und die Hausarbeit erledigt ist, sinke ich auf dem Sofa nieder, diene meinen vierbeinigen Herrschaften als Sitzkissen und … stricke. Nebenher läuft der Fernseher. In den Werbepausen wechsle ich zum Notizbuch oder Laptop und fange wie wild zu schreiben an. Ist die Werbepause vorbei … Na ja, man kann es sich denken. Das funktioniert? Und ob!
Im Sommer mache ich mich auch gerne auf dem Balkon breit und schreibe dort mit Musik im Ohr.
Was ist das Besondere an deinen Texten und Figuren?

Ich habe keine Figuren, die rundum perfekt sind, sondern alle haben ihre Ecken und Kanten, Macken und Eigenheiten, Spleens und Probleme. Ich greife auch gerne mal ernsthafte Themen auf, wie z.B. das Leben auf den Müllbergen in Manila, Terroranschläge oder Stalking. Eines meiner Bücher hat das Münchhausen-Stellvertretersyndrom zum Thema. Dabei arten meine Romane nicht in fachliche Abhandlungen aus, sondern die Story meiner Figuren steht im Vordergrund. Ich habe ein Faible für Bösewichte, morde gerne und wühle mit Leidenschaft in den menschlichen Abgründen herum. Aber ich habe von vielen Seiten schon gehört, dass es mir immer wieder gelingt, das Grauenhafte mit einem humorvollen Nebensatz zu entschärfen. Da ich selbst gerne lache, ist in meinen Büchern stets ein bisschen Humor enthalten. Das Leben ist ohnehin schon ernst genug. Daher haben alle meine Romane ein Happy End.
Warum sollte ein:e Leser:in deine Bücher in die Hand nehmen?
Um den Alltag zu entfliehen, Abenteuer zu erleben, Mordfälle aufzuklären und zu lachen.
Womöglich habe ich für jeden etwas im Gepäck, da ich Science Fiction, Fantasy, Märchen, Historik, Krimi und Romanzen geschrieben habe.
Erzähl doch bitte ein wenig über deinen letzten Roman (oder über das Buch, das du von deinen Büchern am liebsten magst).
Mein Lieblingsbuch ist „Next Generation – Awaken“, eine Dystopie, die definitiv mein gewalttätigstes Werk ist. Den Protagonisten wird wirklich nichts geschenkt, wahrscheinlich liegen sie mir deshalb so am Herzen.
Mein letzter Roman ist „Raziels Schwarm“. Es ist ein besonderes, lustiges Werk, das ich komplett aus der Sicht einer ziemlich selbstgefälligen Krähe geschrieben habe.
Und gerade ist ein Sammelband um meines Erstlingwerkes unter dem Titel „Blood – A Vampire Tale“ erschienen.

Welche Bücher sind von dir bereits erschienen?
Ich habe bereits 32 Bücher veröffentlicht, der überwiegende Teil über den Dead Soft Verlag. 15 weitere habe ich gemeinsam mit einer guten Freundin geschrieben und es gibt drei Kurzgeschichten von mir. Eine Liste kann man auf meiner Facebook-Seite oder meinem Blog finden. Alternativ sind die meisten auf der Verlagsseite zu finden.
Woran arbeitest/schreibst du gerade?
Im Lektorat befindet sich gerade „Wolle und andere Verwicklungen“, in dem sich zwei sehr gegensätzliche Personen näherkommen. Ben eröffnet einen Handarbeitstreff/Café, Otti besitzt eine Werkstatt für Motorräder.
Bis das Skript aus dem Lektorat heraus ist, schreibe ich an einem Roman über die erste Liebe, wobei ein FKK-Campingplatz als Setting dient.
Was ist die schönste Rückmeldung eines/einer Leser:in gewesen, die du bekommen hast?
Ich bin ganz einfach zu haben und freue mich schon über ein „War nett.“ Es gab Rückmeldungen, dass Leser die ganze Nacht über von einer Geschichte gefesselt waren und nicht schlafen konnten, bevor das Buch ausgelesen war. Genauso herzerwärmend war die Aussage, dass jemand nicht auf die Toilette wollte, um das Buch nicht aus der Hand legen zu müssen.
Ein ganz besonderes Lob ist die Aussage, dass Leser meine Bücher blind kaufen, egal was gerade veröffentlich wurde.
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