Marcus Paudler

Marcus Paudler Autor

Hey Du! Mein Name ist Marcus Paudler. Es war ein Schicksalsschlag der dazu führte, dass ich meine Leidenschaft zum Schreiben entdeckte. Im Jahr 2014 wurde ich mit der Diagnose „Verdacht auf Brustkrebs“ konfrontiert. Das war für mich der Auslöser, mein Leben zu reflektieren und meine Ziele zu verändern. Mir wurde bewusst, wie kostbar das Leben ist. 

Künstlerisch bin ich seit meiner Kindheit unterwegs. Egal ob Tanz, Schauspiel oder Theater. Doch beim Schreiben fühle ich mich am wohlsten. Ich fühle mich angekommen!

Ich liebe es, in der Natur zu sein – sie inspiriert und erdet mich. Auf meinen unzähligen Touren in den Allgäuer Alpen sind viele Ideen und Geschichten entstanden die zu Papier gebracht werden wollten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass mein letzter Roman „Gewagte Entscheidungen“ (Gay Romance Crime) im Allgäu spielt.


Schreibst du unter Pseudonym? Und wenn ja: Warum?

Es stand für mich nie die Frage im Raum unter einen Pseudonym zu veröffentlichen. Mein erster Roman „Schwule sind doch immer nett …“ ist autobiographisch. Viele Erlebnisse und Erfahrungen sind von mir eingeflochten. Auch wenn ich eine ganze Weile brauchte, um mit diesen Geschichten in die Öffentlichkeit zu gehen und es viel Mut bedeutete, kam ein Pseudonym nie in Frage.

Marcus Paudler blutige geheimnisse

Wo kommst du her, wo lebst du heute und/oder wo würdest du gerne leben?

In bin in Thüringen geboren und habe dort meine Kindheit verbracht. Ich wusste aber sehr bald, dass ich dort nicht bleiben wollte. Es verschlug mich für viele Jahre nahe Bamberg. Doch Wege ändern sich und so landete ich im Allgäu. Dort lernte ich die Liebe zur Natur und den Bergen neu kennen. 

Inzwischen lebe ich mit meinem Mann, Hund und drei Pferden in der Pfalz. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Wenn es das Schicksal möchte, dann werden wir eines Tages ins Allgäu zurückkehren. Ich kann mir sehr gut vorstellen dort das Alter zu genießen. Das wäre ein Traum! Aber im Augenblick bin ich dankbar, so wie es ist.

Wer bist du, wie definierst du dich und/oder wer würdest du gerne sein?

Es hat viele Jahre gebraucht um mich so zu akzeptieren wie ich bin! Es war ein langer und steiniger Weg bis ich zu mir Selbst gefunden habe. Daher könnte ich mir nicht vorstellen ein anderer zu sein. Ich bin sehr dankbar für meine Erfahrungen und Erkenntnisse. 

Marcus Paudler schwule sind doch immer nett

Für wen schreibst du?

Als ich mit dem Schreiben angefangen hatte, hatte ich das in erster Linie für mich getan. Es gab viel zu Verarbeiten. Das Schreiben hat mir dabei geholfen! Schnell wurde mir aber klar, dass ich den Menschen da draußen sagen wollte: Sie sind nicht allein mit ihren Ängsten! Mit Ihren Erfahrungen! Dass zeigten mir die Feedbacks zu meinem ersten Roman „Schwule sind doch immer nett …“. Wir alle machen Erfahrungen über die wir ungern sprechen. 

Man hört viel über Gewalt zwischen Frau und Mann. Aber auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen gibt es sie. Nur welcher Mann spricht offen darüber? Aus Angst! Aus Scham! Ich breche dieses Schweigen. Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass viele dieses Thema verdrängen. Als ich erfahren hatte, dass mein Buch als Nachschlagewerk oder Fallbeispiel bei einer Gruppensitzung verwendet wurde, war das für mich ein unbeschreibliches Gefühl. 

Kurz um, ich schreibe für die, die sich von meinen Büchern angezogen fühlen. Es war für mich sehr erstaunlich, dass meine Hauptzielgruppe die Frau war und ist! Damit hatte ich nie gerechnet. 

Wer oder was motiviert dich zum Schreiben?

Zum größten Teil motiviere ich mich selber. Da das Schreiben meine Leidenschaft ist. Aber es gibt natürlich auch äußere Einflüsse die mich dazu animieren. Wie ein Spaziergang in der Natur oder wenn ich in einem Café` sitze und Menschen beobachte. Dann denke ich mir oft, was haben diese Menschen zu erzählen? Was ist ihre Geschichte? Das finde ich sehr inspirierend und die Ideen sprudeln.

Wo oder in welchem Kontext schreibst du am liebsten/besten? 

Vor einiger Zeit dachte ich noch, dass es ganz still sein muss zum Schreiben. Keinerlei Ablenkung. So war es bei meinen ersten beiden Romanen. Meinen letzten Roman hatte ich mit Musik geschrieben! Das dass für mich möglich ist, entstand aus der Not heraus. Mein Nachbar renovierte damals seine Wohnung und es hämmerte und klopfte wie am Fließband. Also setzte ich die Kopfhörer auf, Musik an und ich schrieb und schrieb. Eine faszinierende Entdeckung die ich machen durfte. Seitdem höre ich oft Musik, wenn ich schreibe. 

Was ist das Besondere an deinen Texten und Figuren?

In meinem 3-bändigen Werk „Julians abenteuerliche Reise“ ist es mir ein besonderes Anliegen, Botschaften zu senden, die gehört werden sollen. In meinem ersten Roman schreibe ich über Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, mein zweiter thematisiert Brustkrebs beim Mann und mein dritter die Oberflächlichkeit in der queeren Community.

Im Laufe der Geschichte nehmen meine Charaktere oft unerwartete Wendungen und es gibt sehr viele Überraschungen mit denen man nicht rechnet.

Warum sollte ein:e Leser:in deine Bücher in die Hand nehmen?

Eine Interessante Frage! Jeder entscheidet für sich selbst, welche Bücher er in die Hand nimmt. Wenn man Bücher mag, in denen man mitfiebern möchte wie die Geschichten der Charaktere weitergehen und wenn man das Gefühl haben möchte live dabei zu sein, dann sind meine Romane um „Julians Reise“ genau das Richtige. 

Erzähl doch bitte ein wenig über deinen letzten Roman (oder über das Buch, das du von deinen Büchern am liebsten magst).

Im Laufe der Jahre entwickelt man sich weiter. Auch beim Schreiben! Aber dennoch ist jedes Buch, dass ich bisher geschrieben habe etwas Besonderes für mich. Jedes hat seine Berechtigung. Daher finde ich es schwierig zu sagen, welches ich am liebsten mag. 

Marcus Paudler gewagte entscheidungen

Der dritte Teil mit Julian „Gewagte Entscheidungen – Sein letzter Tanz“ war für mich die größte Überraschung. Ich habe feststellen dürfen, dass ich mich im Bereich „Gayromance Crime“ sehr wohl fühle. In diesem Roman muss Julian Entscheidungen fällen, die alles aufs Spiel setzten. Sein Leben und seine neue Liebe. Er begibt sich auf eine abenteuerliche Flucht durch Gefühlswelten, Vergangenheiten und finstere Geheimnisse, die sogar den Tod überwinden, aber ihn vor seine schwerste Entscheidung stellen. 

Das zu schreiben hat mir besonders gut gefallen. Vor allem ist der Roman so geschrieben, dass er für sich allein stehen kann. Man muss die Vorgänger nicht gelesen haben um ihn zu verstehen. Wenn man jedoch die ersten beiden kennt, bekommt man an der ein oder anderen Stelle einen Aha-Effekt. 

Welche Bücher sind von dir bereits erschienen?

Inzwischen habe ich sechs Bücher veröffentlicht. Das siebte kommt noch in diesem Jahr. Drei davon im Bereich „Gayromance“. 

„Schwule sind doch immer nett …“, 2021

„Blutige Geheimnisse – Er gehört mir!“, 2022 

„Gewagte Entscheidungen – Sein letzter Tanz“, 2023 

Das letzte Jahr habe ich mich auf eine Zeitreise begeben dürfen und bin sehr dankbar, dass ich von meinem schriftstellerischen Vorfahren Bücher neu verlegen durfte. 

„Sagenschatz aus Böhmen“, 2024

„Ein deutsches Buch aus Böhmen“, Band I bis III, 2024 – 2025 

Eine ganz neue Erfahrung für mich. Es war sehr schön auf den Spuren von Anton Paudler zu wandeln um einige seiner Werke nicht vergessen zu lassen. Für mich etwas ganz besonders, da auch meine Vorfahren aus seiner Gegend stammten und damals vertrieben wurden.

Woran arbeitest/schreibst du gerade?

Aktuell schreibe ich an einem neuen Roman. Es wird eine „Geistergeschichte“. Wie die sich aber im Laufe des Schreibens entwickeln wird bleibt noch offen. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren habe ich keinen festen Plan wie die Geschichte oder ein Charakter sein muss. Vieles entwickelt sich erst beim Schreiben. Ich brauche diesen Freiraum der Entwicklung. 

Poesie ist mein stetiger Begleiter, wenn mich die Muse küsst. Inzwischen sind Dutzende Gedichte entstanden. Mein erstes „Frei sein …“ erschien am 22.02.2022. Vielleicht gibt es im Herbst noch ein Gedichtband. Mal schauen. Ich möchte mich diesbezüglich aber noch nicht festlegen und mich unter Druck setzten. 

Des Weiteren habe ich ganz frisch mit meinem Blog begonnen. Die Entstehung hat zwar lange gedauert, aber ich bin sehr stolz darauf. Daher schreibe ich gerade emsig an meinen Blogbeiträgen.

Was ist die schönste Rückmeldung eines/einer Leser:in gewesen, die du bekommen hast?

Tatsächlich ist das sehr schwierig eine herauszupicken. Nach der Veröffentlichung meines ersten Romans „Schwule sind doch immer nett …“ musste ich viel Kritik einstecken. Als „frischer Autor“ eine große Herausforderung. Ich hatte aber viele tolle Rückmeldungen die mir dabei geholfen haben. Ein junger Mann schrieb mir, dass er unsagbar Dankbar wäre auf mein Buch gestoßen zu sein. Er bekam dadurch den Mut, sich seiner Familie anzuvertrauen und hat sich geoutet. 

Eine Frau schrieb mir, dass sie durch mein Buch ihren Sohn besser verstehen kann und sie hatten viel über meine beschriebenen Themen gesprochen. Nun könnten sie gemeinsam neue Wege gehen. 

Sehr oft bekomme ich die Rückmeldungen, dass man meine Bücher nicht aus der Hand legen könne. Man will immer weiterlesen um zu wissen wie die Geschichte weitergeht. Solche Rückmeldungen machen uns Autoren und Autorinnen besonders glücklich. 

Foto: Privat


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