GayBlog

Ein Blog über schwule Literatur

In diesem Blog kommen Gay Romance-Autor.innen zu Wort, ich berichte über meine Erfahrungen mit queerer und schwuler Literatur, ich schwelge in Erinnerungen und veröffentliche zur Zeit jede Woche ein Kapitel meiner aktuellen GayStory.


  • Dorfidylle #17
    Tischtennis. Drei Tage später radelte David am frühen Abend vom Hotel zum Training. Mit Kevin hatte er in der Zwischenzeit ein paarmal hin und her geschrieben und der schien ihm nichts nachzutragen, war aber immer noch sauer wegen Kristin. Aber David hatte sich nicht getraut, mit Kristin zu schreiben oder
  • Dad. Ich. Zu Hause.
    Benjamin Alire Sáenz: Die unerklärliche Logik meines Lebens Diese Geschichte über den fünfzehnjährigen Sal hat mich gepackt. So wie auch der bereits besprochene Roman Aristoteles und Dante entdecken das Universum des gleichen Autors. Und das nicht nur, weil der Autor eine sagenhaft einfühlsame Sprache hat, sondern auch, weil er mit
  • Dorfidylle #16
    Mutter. Zum zweiten Mal an diesem Tag schwitzte David seine Klamotten durch, als er so schnell wie möglich mit dem Fahrrad nach Hause raste. Er hatte keine Ahnung, was passiert war, aber die Sprachnachricht der Nachbarin hatte ihn ziemlich durcheinandergebracht. Immerhin hatte sie zwölfmal versucht, ihn zu erreichen. Irgendwas wirklich
  • „Ich bin Kim, ich bin queer und ich bin hier.“
    Kim de l´Horizon: Blutbuch. In diesen Tagen wird Kim de l´Horizon mit Preisen überhäuft. Mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung, dem Deutschen Buchpreis 2022 und zuletzt dem Schweizer Buchpreis 2022. Natürlich wollte ich mir ein eigenes Bild davon machen, was die schreibende Person auf die Welt gebracht hat, denn Preise
  • Dorfidylle #15
    Hotel. David dachte auf dem Weg zum Hotel unentwegt an die vergangene Nacht mit Sid. Alles war so anders gewesen, als er es kannte. Kein schneller Sex, wie mit Alexander. Keine unausgesprochenen Erwartungen wie mit Julian. Vielleicht ging es Sid ja ähnlich. Vielleicht war er der Mann, auf den David
  • Mein Highlight der letzten Jahre
    Benjamin Alire Sáenz: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums. Mittlerweile habe ich dieses Buch schon dreimal gelesen und ich kriege nicht genug davon. Eine Kollegin, der ich das Buch zum Geburtstag schenkte, sagte zwar, ihr sei das Ende ein bisschen zu kitschig gewesen, aber das liegt vielleicht daran,
  • Dorfidylle #14
    Konfrontation. Nach zwei Stunden in seinem eigenen Bett riss der Wecker David um halb neun Uhr aus dem Tiefschlaf. Er fühlte sich wie gerädert, musste aber in einer Stunde schon wieder im Hotel sein. Schließlich würden Sids Gäste nach dem Frühstück auschecken wollen und David war an der Rezeption eingeteilt.
  • Homosexualität und Kirche
    Ein Mix aus Tiefgang und Humor. Josi Copper las schon immer gern und viel. Doch irgendwann begann es plötzlich in ihren Fingern zu kribbeln. Sie wollte in die Geschichte eingreifen, die sie selbst so bewegten. Erfahren, was passiert, wenn sie die Charaktere verändert und auf andere Wege schickt. Seitdem schreibt
  • Dorfidylle #13
    Der Morgen danach. David fuhr erschrocken aus dem Schlaf hoch und hatte keine Ahnung, wo er war. Sein Gesicht war nass und zwei schwarze Augen starrten ihn an. Bella! Sids Hündin schleckte ihm mit ihrer nassen Zunge über die Wange und jetzt wusste David auch, warum sein Gesicht so triefte.
  • Dorfidylle #12
    Sid. Zögernd folgte David Sids Aufforderung und trat wieder in die Eingangshalle des Schlosses. Und weil Sid ihm immer noch die Hand hinhielt, ergriff er sie unsicher. Die Handflächen schmiegten sich augenblicklich aneinander und David spürte das Kribbeln in seinem Arm so intensiv wie nie zuvor. Was tat er hier?
  • Klingelingeling, TikTok
    Meine Erfahrungen mit der Videoplattform. Anfang Oktober erschien auf der Website der Tagesschau ein Artikel mit dem Titel „TikTok schränkt die Meinungsfreiheit ein“. Im Prinzip war diese Meldung erst Mal nichts Überraschendes. TikTok ist ein privates Unternehmen, so wie Facebook, Youtube und Instagram auch, und der Umgang mit Meinungen ist
  • Dorfidylle #11
    Der 21. Geburtstag. Die letzten Spuren des Frühlingsfestes waren gerade erst weggeräumt, als sich im Hotel schon die nächste Hektik ausbreitete: Der einundzwanzigste Geburtstag von Georg stand auf dem Plan. David hatte sich damit abgefunden, die Organisation vor Ort, im Schloss des Grafen, zu übernehmen. Alina unterstützte ihn, so gut
  • Zwischen Kind, Katze und dunklen Geheimnissen
    Maskenbildnerin, Autorin, Lektorin, Akrobatin und Mama. Lisa Pfeifer hat 2019 ihren ersten Liebesroman im Selfpublishing veröffentlicht. Dem folgte eine Buchreihe und seitdem publiziert sie regelmäßig. Die Bücher handeln dabei hauptsächlich von der Liebe, Lisa probiert sich gerne in anderen Genres aus. So erschien 2021 im Book King Verlag ein historischer
  • Dorfidylle #10
    Scheune. David spülte die letzten Gläser und schob die Gedanken an Georg, der sich Sid nannte, endgültig zur Seite. Warum sollte er auch weiter über einen Typen nachdenken, der sich zwar an ihn herangeschmissen hatte, aber auf eigenartige Weise befremdlich wirkte? Nur weil er angeblich auf Jungs stand? Das war
  • Ihr seid nicht allein!
    Becky Albertalli & Adam Silvera: Was ist mit uns? Immer wieder suche ich nach wirklich gut geschriebenen queeren Büchern und vor allem nach schwulen Hauptfiguren, die mich mitreißen. Der Buchmarkt wird zwar zur Zeit mit schwulen Charakteren überschwemmt, doch nur wenige von ihnen überzeugen mich wirklich. Bei diesem Buch des
  • Dorfidylle #09
    Frühlingsfest. Veronika war noch am Nachmittag des gemeinsamen Internat-Besuchs in den Zug gestiegen, um rechtzeitig bei ihrem Treffen am Bodensee anzukommen. Und David war froh gewesen, Zeit für sich zu haben. Er hatte die Begegnung mit Julian erst einmal allein verarbeiten müssen. Gleichzeitig tat es ihm auch gut, viel arbeiten
  • Getrieben von der Deadline
    „Ich bin ein Geek. Märchenfan. Gay ohne Ende.“ Christian Handel beschreibt sich selbst als märchenhaft, emotional, unvorhersehbar und queer. Und so sind auch seine Bücher. Phantastische Geschichten begleiten ihn schon sein Leben lang. Bereits als Kind begeisterte er sich für die Märchen der Brüder Grimm und für sagenhafte Abenteuer wie
  • Dorfidylle #08
    Tag der offenen Tür. Weil David am späten Nachmittag im Hotel eingeplant war, machte er sich schon um elf Uhr mit Veronika zu Fuß auf den Weg zum Internat. Er war sich absolut nicht mehr sicher, ob seine Entscheidung, richtig war, zum Tag der offenen Tür zu gehen, um Julian
  • Schreiben aus Leidenschaft
    In Lauri Mattis’ Adern fließt Tinte statt Blut. Die Leidenschaft für das geschriebene Wort trägt Lauri schon ein Leben lang in sich und bannt diese inzwischen auch aufs Papier. Am liebsten widmet Lauri sich den ungewöhnlichen Liebesgeschichten, in denen „richtig“ und „falsch“ nicht immer leicht zu beurteilen sind. Geschichten, die
  • Dorfidylle #07
    Besuch. Veronika fiel ihm um den Hals, als sie aus dem Zug stieg. Sie hatten sich seit dem Urlaub im letzten Spätsommer nicht mehr gesehen und in der Zwischenzeit lediglich telefoniert und geschrieben. Sie hatten eine Menge nachzuholen. Also brachten sie Veronikas Rucksack zu David nach Hause, plauderten kurz mit
  • Wohlfühlbücher aus Schwaben
    Matti Laaksonen schreibt Geschichten, die jeden Tag passieren könnten. Matti Laaksonen wurde im Oberbergischen Land geboren und ist dort aufgewachsen, bis es ihn für sein Ur- und Frühgeschichtsstudium nach Aachen bzw. Köln verschlagen hat. Inzwischen lebt und arbeitet er in Schwaben.Am liebsten ist er zu Hause, dort kann er sich
  • Dorfidylle #06
    Frühstück im Hotel. Die Sonne arbeitete sich gerade erst über den Horizont, als David am nächsten Morgen von seinem Wecker aus dem Schlaf gerissen wurde. Schon lange war er nicht mehr so früh aufgestanden, denn in der Physiotherapie-Praxis hatte er erst um halb neun mit der Arbeit begonnen. Doch obwohl
  • Wunderbare Fantastik
    Bridget Collins: Die verborgenen Stimmen der Bücher. Achtung Triggerwarnung! In diesem Artikel geht es unter anderem um psychische Erkrankungen und Suizid. Wenn du damit nicht konfrontiert werden möchstes, dann lies nicht weiter! Unten findest du darüber hinaus Hilfsangebote! Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich auf dieses Buch aufmerksam
  • Bist du Autor.in?
    Queere Autor.innen und Gay Romance- Schriftsteller.innen. Du bist Autor.in, schreibst auf Deutsch im Bereich Gay Romance oder anderen Sparten der queeren Literatur? Du hast Lust, dich und deine Bücher in meinem Blog vorzustellen? Dann schreib mir eine Nachricht an post@stephano.eu
  • Dorfidylle #05
    Tischtennis. Auf den Stufen vor dem Haupteingang warteten die anderen. Kristin sah ihm mit verzerrtem Gesichtsausdruck entgegen und blaffte ihn zur Begrüßung an.»Was machst du denn hier?«, fauchte sie. »Ich habe gedacht, du würdest wenigstens den Anstand haben, hier nicht mehr aufzutauchen.«David lehnte sein Rad an den Zaun und zog
  • Das »normale« Leben
    Matthias Lehmann: Parallel Wer wie ich in den 1970er-Jahren geboren und in der Zeit danach aufgewachsen ist, hatte in gewisser Hinsicht Glück. Denn die Zeit der sexuellen Befreiung in den 60er-Jahren, die immer liberaler werdende Gesellschaft und auch die nach und nach an die Realität angepasste Rechtslage machte uns das
  • Dorfidylle # 04
    Hochsitz. Erschöpft verließ David den Brüllenden Bullen und schob sein Fahrrad auf die menschenleere Dorfstraße. Er war zufrieden mit sich, weil er den Job bekommen hatte. Aber er ärgerte sich auch über den von Konrad festgelegten Stundenlohn. Das war wirklich mickrig wenig und er würde sich einschränken müssen, zumindest wenn
  • Russische Lüge
    Mikita Franko: Die Lüge. Russland und die Schwulen – das ist keine harmonische Beziehung. Ganz im Gegenteil. Und die Situation für queere Menschen in Russland wird stetig schlechter. Zwar sind homosexuelle Handlungen weitgehend legal, aber die Tabuisierung in der Bevölkerung ist erschrecken weit verbreitet. Wladimir Putin hat darüber hinaus 2013
  • Dorfidylle # 03
    Zum brüllenden Bullen. Bevor David den Gasthof Zum brüllenden Bullen erreichte, hielt er an einer Weide noch einmal an. Er ließ den Blick über die grasenden Kühe auf den Wiesen streifen. Die Luft war angenehm warm und ein leichter Wind strich ihm über die nackten Unterarme. Der Duft der Tiere
  • Kitsch, Drama und blöde Witze
    Regina Mars publiziert unter Pseudonym realistische und fantastische Romane In einer magischen Vollmondnacht paarten sich ein Einhorn und ein Regenbogen und zeugten Regina Mars. Geboren, um Kaffee zu trinken, lebt sie im Süden Deutschlands und erfreut die Welt mit ihren poetischen Romanen, in denen die Liebe stets gewinnt und Witze
  • Dorfidylle # 02
    Aufbruch. David hatte den ersten Schritt getan. Jetzt musste er die Konsequenzen daraus ziehen. Er strich sich mit gespreizten Fingern durch das nasse Haar und betrachtete nachdenklich sein Spiegelbild im engen Badezimmer, das er noch immer mit seiner Mutter teilte. Auch das sollte er bald ändern. Er konnte schließlich nicht
  • Dorfidylle # 01
    Der Unfall. Das Auto raste ungebremst auf den Baum zu. David schrie vor Entsetzen. Er rüttelte am Fahrersitz vor sich. Keine Reaktion. Der Baum kam immer näher. Panik. Adrenalin. Weit aufgerissene Augen. Er zerrte an seinem Gurt. Sie hatten den Baum fast erreicht. David schrie nach Julian. Aber der saß
  • Dorfidylle # 00
    Verfolge die Entstehung meines neuen Romans! Ich gehe mit einem neuen Projekt an den Start. Und es ist ein spannendes Experiment, von dem ich noch nicht weiß, wie es sich entwickelt. Was also soll geschehen? Ab kommender Woche werde ich hier in diesem Blog den Fortsetzungsroman Dorfidylle publizieren. Der Plot
  • Motten und Quallen
    Die Bücher von Katharina Wolf erscheinen bei Verlagen und im Selfpublishing. Katharina Wolf lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und zwei Katzen in Ludwigshafen am Rhein und lässt es sich dort gutgehn. Sie hat in Mannheim studiert (Germanistik und Kulturphilosophie – hört sich cooler an als es ist) und danach
  • Schwule Literatur oder Gay Romance?
    Warum schreibe ich queere Literatur? Ich wollte mich eigentlich nie in die Schublade des schwulen Autors stecken lassen, weil ich diese Form der Kategorisierung nicht mag. Vielleicht kennst du das, wenn dich jemand fragt woher du kommst (wenn du einen Migrationshintergrund hast), ob der Aktzeichenkurs ein schwuler ist (wenn du
  • Sehnsucht nach Skandinavien
    Tina Winter schreibt Gay Romance. Tina Winter wurde 1985 im Rheinland geboren, lebt aber inzwischen in Münster. Ihrer Leidenschaft für Bücher folgend studierte sie Bibliothekswesen und begann 2016 damit, ihre eigenen Geschichten zu Papier zu bringen. In ihren Gay-Romance-Romanen geht es um Männer auf der Suche nach sich selbst, auffallend
  • Die AIDS-Krise
    Rebecca Makkai: Die Optimisten. Um dieses Buch bin ich nun lange herumgeschlichen, weil ich mich mit der Thematik nicht auseinandersetzen wollte. Es geht um die AIDS-Krise in den 1980er-Jahren und ich habe immer befürchtet, dass der Roman mich zu sehr berühren würde. Er hat mich tatsächlich berührt, aber auf eine
  • Gay Romance aus dem Norden
    Adrian Schönknecht verwirklicht sich selbst. Der Autor schreibt seit seiner Jugend Geschichten und veröffentlicht seit August 2020 Romane im Gay Romance-Genre. Er lebt mit seinem Partner und ihren Hunden in einem Häuschen im beschaulichen Schleswig-Holstein. Wenn er nicht gerade mit der Gartenarbeit, den Haustieren oder dem Lesen eines guten Buchs beschäftigt
  • Queere Fantasy
    T. J. Klune: Mr. Parnassus´ Heim für magisch Begabte In den vergangenen Wochen habe ich das Buch von T. J. Klune schon oft bei Instagram gesehen, bis ich es mir letzte Woche endlich ausgeliehen habe. (Am Rande: Das ist eine der wunderbaren Vorteile, wenn man einen Tolino hat und damit
  • Umtriebige Autorin aus München
    Lili B. Wilms schreibt „Rainbow Romance“. Die Autorin produziert Liebesgeschichten aller Art, aber immer in queerem Kontext. Ihrer Website hat sie ein Zitat vorangestellt: »Jeder Mensch verdient ein Happy End«. Hier stellt sie sich meinen Fragen und gibt bereitwillig Antworten. Schreibst du unter Pseudonym? Und wenn ja: Warum? Ja, Lili
  • Frühe Erotik
    Aristophanes und Ralf König: Lysistrata. Eine queere Kooperation. Ich bin mir nicht mehr sicher, wie alt ich war, als ich in einer Inszenierung von Aristophanes´ LYSISTRATA in meiner Schule mitgespielt habe. Vermutlich dreizehn oder vierzehn. Ich wollte halt Theater spielen und es gab nur diese eine Schaupielgruppe an der Schule.
  • Meine Anfänge
    Klaus Mann: Der fromme Tanz. Homosexualität vor hundert Jahren. Mit diesem Buch verbindet mich emotional sehr viel. Viel zu lange hatte ich im Grunde gar keinen Überblick über schwule Literatur. Ich hatte hier und da mal etwas gelesen, aber das Meiste war eher schlecht oder hatte mich gar nicht angesprochen.
  • „Die Pantomime hat mich aufrecht gehalten“
    Milan Sladek ist einer der großen Pantomime. 1938 in der Slowakei geboren, übernahm er nach einer Ausbildung zum Holzschnitzer und dem Studium an der Akademie für Musische Künste in Bratislava die Leitung des Theaterstudios in in der gleichen Stadt und errang große Erfolge mit seiner Kunst. Nach dem Prager Frühling
  • Flucht, Angst, Demütigung
    Der lange Weg eines Afghanen nach Köln Ismail möchte, dass die Menschen erfahren, was er in den letzten Jahren erlebt hat und wie es ihm damit ergangen ist. Sein Bericht über den langen Weg von Afghanistan nach Köln ist hörenswert – wenn auch manchmal erschreckend. Ismail heißt anders, aber um
  • „An den Schnittstellen der Wahrheit faltet man Origami.“
    Mein erster Poetry Slam. Ich bin gespannt und ich habe – zugegebenerweise – meine Zweifel. Doch ich stelle schnell fest, dass ich nicht der erste bin, der zum ersten Mal eine solche Veranstaltung besucht. Und dann auch noch in der Südstadt. Im Odeon.Unter der Titel The Word Is Not Enough
  • Brokeback Chicken für homophobe Jugendliche
    Was geschieht, wenn ein schwules Paar einen Jungen adoptiert, der nicht anderthalb sondern 15 Jahre alt ist und sich als homophob entpuppt? Das klingt nach abendfüllendem Problemtheater. Doch das Stück Patrick anderthalb, das im Comedia Theater Premiere feierte, ist glücklicherweise ganz anders. Vielmehr reizt das Gesehene die Lachmuskeln – unter
  • Höhenluft und Gorillascheiße
    Reise nach Uganda Teil 2 ++ Ruwenzori-Gebirge ++ Lage: an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo ++ Höhe: Bis zu 5100 Meter ++ Ausdehnung: 160 Kilometer Nord-Süd, 50 Kilometer Ost-West ++ Touristische Erschließung: kaum ++ Wege: schlammig ++ Fortbewegung: zu Fuß ++ Steigung: steil! ++ Der 8000-Seelen-Ort Kilembe schmiegt sich
  • Blick über den Tellerrand
    Eine Reise nach Uganda, Teil 1 Seid ihr schon mal in Afrika gewesen? Ich meine damit nicht die nordafrikanischen Staaten, die in den Hochglanzkatalogen der Reiseanbieter standardmäßig zu finden sind. Ich spreche auch nicht von Südafrika, wohin die Touristen seit dem Ende der Apartheid wieder strömen. Ich spreche von Ostafrika.
  • Welche Südstadt wollen wir?
    Wie soll die Südstadt sein? Heute, in einem Jahr, in zehn Jahren. Wollen wir den intellektuell-künstlerischen Stadtteil der 1980er Jahre zurück, von dem viele der Kölner Initiativen ausgingen? Oder wollen wir das ruhige, gesattelte Leben ausbauen, das in den letzten Jahren entstanden ist? Ein schizophrener TraumDie Basis der Traumvorstellung von
  • Ach, wie war es doch ehedem so trist und grau
    Der Frühling ist da, die Sonnenstrahlen wärmen die vor den Cafés sitzenden Menschen, und mein Weg führt mich wie jeden Tag zunächst in den Friedenspark, der nun endlich seinem Namen gerecht wird. Denn hier ist es durch und durch friedlich. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie es war,
  • Was die Kölner von den Schwaben lernen können
    Stuttgart 21 versus Köln 17 ! In Stuttgart soll also ein Bahnhof unter die Erde gelegt werden. Spontan muss ich milde lächeln. Ein Bahnhof… unter die Erde… Wir Kölner legen ja auch gerne alles unter die Erde, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Eine ganze Stadtbahn-Linie zum Beispiel
  • Thilo Sarrazin in der Südstadt
    Was haben wir mit Thilo Sarrazin gemeinsam? Erstmal denken wir: Nichts! Mit dem doch nicht. Aber geistert er nicht längst durch unsere Köpfe? Haben wir nicht schon lange einen Teil seiner Gedanken verinnerlicht? Müssen wir uns nicht auch an die eigene Nase fassen, bevor wir ihn ablehnen? Was haben wir
  • Die letzte Woche der Ferien in der Südstadt
    Ihr habt es ja so gewollt. Die Blumen habe ich gegossen, den Schlüssel wieder ordentlich unter der Fußmatte verstaut und Che und Ludwig, die beiden Urlaubs-Gast-Meersauen gefüttert. Dann konnte ich in den Zug nach Düsseldorf steigen. Das ist diese Fleck oben auf der Karte, neben Neuss. Ihr habt es ja
  • Summer in the city
    Ich will hier raus! Das Wetter ist schön, die Biergärten locken und Zeit habe ich auch. Ein kühles Alster auf einer groben Holzbank. Möglichkeiten finden sich dafür genügend. Doch es gibt einen elementaren Haken an der Idee: Es ist niemand da, der dieses Vergnügen mit mir teilt! Ich will hier
  • „Ich komme aus Sülz und ich ben ene Kraat“
    Jean Jülich ist einer der letzten Edelweißpiraten. 1929 wurde er geboren und ist in Sülz aufgewachsen. Ihm ging die Hitlerjugend mit ihren langweiligen Liedern und dem Gehorsam auf die Nerven. Er hat lieber mit seinen Freunden eigene Lieder gesungen. Die Konflikte mit dem NS-Regime waren vorprogrammiert. Er hat sich schließlich,
  • „René Böll, zwischen Tusch- und Landschaftsmalerei“
    René Böll ist bildender Künstler. Er ist Jahrgang 1948, gebürtiger Kölner, und lebt und arbeitet im Rheinauhafen. René Böll ist einer der Söhne von Heinrich Böll. Er verwaltet dessen Nachlass, der Anfang 2009 mitsamt dem Stadtarchiv in einem tiefen Krater auf der Severinstraße verschwand. Ich habe René Böll in seinem
  • Moralinsaure Abrechnung mit meiner Fahnenphobie
    Auf dem Weg aus der Innenstadt verschlägt es uns an die Biertische einer Kneipe, irgendwo in der Südstadt. Hier bin ich noch nie gewesen. Nett ist es. Man sitzt draußen, unter Bäumen, ein Brunnen plätschert (ja, tatsächlich, ein Kölner Brunnen, der Wasser führt). Und wie immer dieser Tage: Der Fernseher
  • Wo ist die schwule Südstadt?
    Die schwule Szene in der Südstadt. Gibt es die noch? Es gab eine Zeit, in der die schwule Szene in der Südstadt durchaus präsent war. An erster Stelle der Bekanntheit stand sicherlich das Schulz, das lange seinen Sitz am Kartäuserwall hatte. Aber auch das Buschwindröschen, das Indigo, das Kölsch Rouge,
  • Sind wir nicht alle ein bisschen anarcho?
    Von der Aachener Straße kennen wir das ja schon: Rund um die Tische vor den Cafés sind lustige weiße Linien gemalt, damit die Gäste genau wissen, bis wohin sie ihren Stuhl schieben dürfen. Die Information dahinter lautet: Bis hierhin, aber keinen Schritt weiter. Eine klare Reviermarkierung. An der Aachener Straße
  • „Unsere Tür steht immer offen. Für alle!“
    Langsam schlendere ich durch die Frühlingssonne die Alteburger Straße entlang und frage mich, was die Gruppe älterer Männer auf dem Kreisverkehr an der Teutoburger Straße tun. Sie stehen diskutierend auf dem Fußweg. Direkt vor dem Geburtshaus Heinrich Bölls, wie eine Gravur zweifelhafter Qualität auf der Haustür daneben verkündet. Dass sie