Ich habe schon einiges ausprobiert: Grafikdesign betrieben, Mangas gezeichnet, synchrongesprochen – und sogar Froschsitting in einem Animationsstudio. Mittlerweile arbeite ich hauptberuflich im öffentlichen Dienst und schreibe in meiner Freizeit queere Romane, die zeigen, dass Hoffnung selbst dort wachsen kann, wo alles verloren scheint. Wenn ich nicht schreibe, findet man mich vermutlich in der Natur … oder in der Nähe von Schokolade.
Schreibst du unter Pseudonym? Und wenn ja: Warum?
Ja. Ich trenne gern zwischen meiner kreativen und beruflichen Welt, und unter meinem Pseudonym darf ich mutiger, verletzlicher und freier sein, als ich es in meinem Alltag bin.
Wo kommst du her, wo lebst du heute und/oder wo würdest du gerne leben?
Ich lebe in einer Großstadt in Sachsen-Anhalt. Mein Traumort wäre ein efeuberanktes Cottage zwischen Wald und Meer – mit einer Metallbank vor der Tür und einem überwucherten, charmant-schrulligen Garten.
Wer bist du, wie definierst du dich und/oder wer würdest du gerne sein?
Ich bin ein Mensch, der viel nachdenkt, gern beobachtet und in Geschichten Antworten sucht, die das echte Leben selten liefert. Und wenn ich irgendwann jemand sein könnte, der andere inspiriert, ohne sich dafür zu verstellen, wäre ich schon zufrieden.
Für wen schreibst du?
Für alle, die schon mal das Gefühl hatten, nicht ins große Ganze zu passen: für die Stillen, die Fühlenden, die Suchenden. Für Menschen, die Tiefe mögen, zwischen den Zeilen lesen und darin Trost finden.
Wer oder was motiviert dich zum Schreiben?
Meine Figuren. Die können ziemlich hartnäckig sein, wenn sie ihren Geschichten Gehör verschaffen wollen. 😀
Wo oder in welchem Kontext schreibst du am liebsten/besten?
Ich habe da keine besonderen Präferenzen. Morgens, abends, in der Mittagspause – wann immer die Muse grüßen lässt und ich etwas Zeit finde. Oft passiert das auch während Spaziergängen. Da muss ich dann anhalten und mir alles selbst via WhatsApp zuschicken, damit ich nichts vergesse. Mit den Gedanken bin ich fast rund um die Uhr bei meinen Charakteren, manchmal sogar bei denen, die erst im übernächsten Buch an der Reihe sind.
Was ist das Besondere an deinen Texten und Figuren?

Ich glaube, es ist ihre Menschlichkeit. Ich schreibe nicht über Helden, sondern über Personen, die Fehler machen, Schuld tragen, lieben, scheitern – und trotzdem weitermachen. Und manchmal wachsen sie auch über sich hinaus. Meine Geschichten sind oft dystopisch, aber nie hoffnungslos. Ich schreibe ohne großen Pathos, aber mit rohen, ehrlichen Emotionen, die etwas im Leser bewegen … und oft genug auch in mir selbst.
Warum sollte ein:e Leser:in deine Bücher in die Hand nehmen?
Weil sie dort vielleicht jemanden finden, der genauso fühlt wie sie. Mit dem sie sich identifizieren können. Oder weil sie sehen möchten, wie man in einer zerstörten Welt trotzdem Liebe findet. Und manchmal einfach, weil meine Figuren frech, witzig und unterhaltsam sind.
Erzähl doch bitte ein wenig über deinen letzten Roman

Finding Destiny ist der zweite Band meiner Omega Haven-Reihe – ein dystopisches Omegaverse über Klassenkampf, gefundene Familie und teilweise auch ums nackte Überleben. Es geht um Jayden, der die Hölle auf Erden erlebt hat, und Milo, der ihn aus ihr herausführt. Und das, obwohl seine Verwandtschaft für Jaydens Leid verantwortlich ist. So muss Milo eine Entscheidung treffen: Familie oder Liebe.
Welche Bücher sind von dir bereits erschienen?

Bisher sind zwei Teile meiner Omegaverse-Reihe Omega Haven erschienen: Finding Freedom und Finding Destiny. Außerdem die urbane Fantasy mit mythologischem Hintergrund Das Singen der Seelen, die Weihnachtsgeschichte Jul & Jaro – Ein Licht in der Nacht und meine Debüt-Trilogie Das Pechtierchen-Debakel. Darüber hinaus habe ich eine schwule Version von Rotkäppchen zur Anthologie Three Gay Fairytales beigesteuert.
Woran arbeitest/schreibst du gerade?
Aktuell arbeite ich an Third Time Lucky, einer kleinen Wintergeschichte aus der Omega Haven-Welt.
Brody begleitet mich schon seit dem ersten Band als Nebencharakter, und ich wollte ihm endlich die Bühne geben, die er verdient. Es ist eine witzige, gefühlvolle und trotzdem tiefgründige Geschichte – über einen Mann, der glaubt, mit seinem Leben rundum zufrieden zu sein, bis ein geplatztes Rohr, eine nasse Katze und ein viel zu charmanter Alpha alles durcheinanderbringen. Eine Geschichte über Zufall, Nähe und das stille Glück, das man findet, wenn man gar nicht danach sucht.
Was ist die schönste Rückmeldung eines/einer Leser:in gewesen, die du bekommen hast?
Ich habe bereits viele wundervolle Rückmeldungen von Leser:innen bekommen, die alle auf ihre Art besonders sind, darunter auch Fotos, auf denen jemand ganz verheult dagesessen hat, mit der Nachricht: „Schau, das haben deine Bücher mit mir gemacht.“ Aber ob Foto oder liebe Worte – ich bin über alle unendlich dankbar.
Fotos: privat



