Afrika Thriller

MONDBERGE - Ein Afrika-Thriller

Ich habe bereits vor ein paar Jahren einen Triller für Erwachsene geschrieben. Zur Recherche dazu bin ich ein paar Wochen nach Ostafrika, nach Uganda gereist. Das war damals nicht ganz leicht für mich, weil die ugandische Regierung genau in der Zeit über die Einführung der Todesstrafe für Schwule diskutierte. Für mich als Touristen in dem Land stellte das zwar kein größeres Problem dar, denn so lange ich mich nicht zu dem Thema geäußert oder meine Sexualität ausgelebt habe, konnte mir natürlich auch niemand etwas tun. Aber dennoch war es ein komisches Gefühl, durch ein Land zu reisen, in dem queere Menschen wie ich für ihr sexuelle Orientierung hingerichtet werden sollten. Glücklicherweise ist das entsprechende Gesetzt nach internationalen Protesten abgeschmettert worden. Aber die Situation für queere Menschen hat sich bis heute in Uganda nicht wirklich gebessert. 

Sehen wollte ich das Land aber auf jeden Fall. Und ich bin auch heute immer noch sehr glücklich, dass ich einen Teil des ostafrikanischen Landes kennengelernt habe.

Ich selbst wäre gar nicht auf die Idee gekommen, über ein Land, das ich gar nicht kenne, zu schreiben. Aber der Kollege, mit dem ich das Buch geschrieben habe, war schon oft dort gewesen und er hat mich angefixt. Er hatte die Idee zu dem Buch, konnte es aber nicht allein schreiben. Also hat er mich mit ins Boot geholt. Da die Geschichte in erster Linie im Ruwenzori, einem bis zu fünftausend Meter hohen und von Gletschern bedeckten Gebirge an der Grenze zum Kongo, spielt, in dem eine deutsche Wandergruppe entführt wird, wollten wir genau diese Wanderung selbst machen. Also haben wir eine kleine Reisegruppe zusammengestellt und sind aufgebrochen. 

Der Ruwenzori, den man auch Mondberge nennt, ist ein riesiger Nationalpark, in dem man den Pflanzen beim Wachsen zusehen kann. Dschungel wohin man auch blickt. Und man geht da nicht so einfach allein mit einem Rucksack auf dem Rücken hoch, sondern wird von Guides und vielen Trägern begleitet, denn dort oben gibt es nichts – außer Natur. Und alles, was man in das Gebiet reinträgt, muss man auch wieder mit rausnehmen.

Die Behörden sind da sehr streng. In den spartanischen Camps auf dem Weg stehen zwar einfache Zelte, das ist aber auch schon alles. Lebensmittel und Feuerholz, Schlafsäcke und Kleidung – alles mussten wir vom Fuß der Berge mitnehmen. Und da die Luft ab etwas dreitausend Metern Höhe so dünn wird, dass man als Untrainierter schnell ernsthafte Atemprobleme bekommt, haben wir lediglich kleine Rucksäcke mit den Dingen, die wir im Laufe des Tages brauchten, selbst getragen. Den Rest haben die Träger für uns nach oben geschleppt.

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Ich war von der überbordenden Natur völlig überwältigt. Alles war grün. Und von überall kamen die Geräusche und Rufe von den unterschiedlichsten Tieren auf mich zu. Allerdings bin ich auf viertausend Metern Höhe höhenkrank geworden. Das war natürlich ziemlich doof, aber da gegen die Höhenkrankheit ausschließlich der Weg nach unten hilft, musste ich die Wanderung abbrechen, während der Rest der Reisegruppe immer weiter aufgestiegen ist. Ich hatte dadurch allerdings die Gelegenheit, im Ort des Basiscamps das normale Leben kennenzulernen. Und das hat mich unglaublich bereichert. 

Mit all meinen Eindrücken konnte ich in der Zeit danach den Roman schreiben. Und ich habe sogar meine Höhenkrankheit einbauen können. Außerdem konnte ich nicht umhin, eine der Figuren schwul zu machen, um den schwelenden Konflikt nicht ganz aus den Augen zu verlieren. 

Herausgekommen ist dabei ein spannender Afrika-Thriller, der die Konflikte des Landes Uganda und seiner Menschen ein bisschen mehr in den Fokus rückt. Und ich bin jeden Tag meines Lebens glücklich darüber, diese Reise mit all ihren Erfahrungen gemacht zu haben. Am liebsten würde ich sofort wieder nach Ostafrika reisen.

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