Christian Handel

Getrieben von der Deadline

„Ich bin ein Geek. Märchenfan. Gay ohne Ende.“

Christian Handel beschreibt sich selbst als märchenhaft, emotional, unvorhersehbar und queer. Und so sind auch seine Bücher.

Phantastische Geschichten begleiten ihn schon sein Leben lang. Bereits als Kind begeisterte er sich für die Märchen der Brüder Grimm und für sagenhafte Abenteuer wie die Odyssee.

Schon damals faszinierten ihn allerdings viel stärker die weiblichen Figuren wie Dornröschen oder die Zauberin Circe als der Drachentöter Siegfried oder das tapfere Schneiderlein.


Schreibst du unter Pseudonym?
Nein, ich schreibe unter meinem Klarnamen. Tatsächlich habe ich vor der Veröffentlichung meines ersten Jugendbuchs überlegt, ob ich ein weibliches Pseudonym wählen sollte. (Becoming Elektra wird aus der Sicht einer 16jährigen jungen Frau in der Ich-Perspektive erzählt). Mein Verlag hat mich aber beruhigt und mir versichert, das sei nicht nötig. Die Vorteile, unter Klarnamen zu schreiben, überwiegen für mich.

Wo lebst du oder wo würdest du gerne leben?
Ich lebe und schreibe in Berlin, stamme aber eigentlich aus einem kleinen Dorf in Unterfranken. Nach anfänglicher Skepsis habe ich mich inzwischen unrettbar in unsere Hauptstadt verliebt. Manchmal wünsche ich mir aber dennoch, wieder auf dem Land zu leben.

Wer bist du oder wer würdest du gerne sein?
Ich bin ein Geek. Märchenfan. Gay ohne Ende.
Wer ich gern sein würde? Kann ich so nicht sagen, da ich im Großen und Ganzen glücklich bin als der, der ich bin. Was ich gern manchmal mehr wäre: Gelassener und weniger gestresst ,-)

Für wen schreibst du?
Für mich, aber nicht nur. Ich gebe zu, dass ich schreibe, weil ich meine Geschichten mit der Welt teilen will. Genauer gesagt mit den Leuten, die sich von meinen Geschichten berührt fühlen oder berühren lassen wollen. Meine Jugendbücher sind oft queer, weil ich möchte, dass andere queere Jugendliche genau solche Geschichten finden. Als ich Teenager war, war das oft schwierig. Und natürlich auch, damit nicht-queere Personen Spaß an ihnen haben. Ansonsten schreibe ich für die Leser*innen, die sich von märchenhaften, phantastischen Geschichten verzaubern lassen wollen.

Wer oder was motiviert dich zum Schreiben?
Erschreckend oft: Die Deadline.
Die weniger prosaische Antwort: Schöne Musik, eine tolle Geschichte, die ich unbedingt erzählen will, Figuren, die in meinem Kopf entstanden sind, mich aber dennoch berühren.

Wo oder in welchem Kontext schreibst du?
Wieder erschreckend prosaisch: Am Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer.
Ich liebe es aber auch, im Café zu schreiben, gern mit Kolleg*innen, mit denen ich mich zum Schreiben und Plaudern treffe.

Was ist das Besondere an deinen Texten und Figuren?
Oh, eine Frage, auf die man gar nicht so leicht antworten kann, ohne blöd dazustehen, oder?
Ich versuch‘ es mal so. Jeder Mensch und seine Sicht auf die Welt ist etwas Besonderes. Meine Geschichten macht aus, dass sie meine Sicht auf die Welt widerspiegeln. Und die ist nicht schwarz/weiß, oft emotional und hoffentlich vielschichtig. Meine Figuren sind oft, aber nicht immer, queer.

Warum sollte ein.e Leser.in deine Bücher in die Hand nehmen?
Weil ich glaube, dass sie zum Nachdenken anregen, überraschen und, wie gesagt, emotional berühren – wenn man die Geschichten mag, die ich erzähle. Wer nichts mit queeren Figuren anfangen kann oder Märchenmotive nicht mag, wird mit den meisten meiner Bücher vermutlich eher nicht glücklich.

Erzähl doch bitte ein wenig über deinen letzten Roman.
Ganz frisch erschienen am 11. Oktober 2022 ist mein Jugendbuch DAS VERBORGENE ZIMMER VON THORNHILL HALL – ich bezeichne das Buch gern als „Downton Abbey mit Geistern“. Es spielt im viktorianischen London in einem alten Landhaus, in dem einige skurrile Geister hausen. Und mein 16jähriger Protagonist Colin wird einer dieser Geister, als ihn jemand kurz nach seiner Ankunft die Treppe hinunterstößt. Er erhält allerdings die Chance, ins Leben zurückzukehren, wenn er innerhalb von drei Tagen ein Zimmer findet, das es eigentlich gar nicht gibt. Dazu braucht er die Hilfe des gleichaltrigen Teddy – dem einzigen lebenden Menschen, der ihn sehen kann. Und er muss Hinweise in der Bibliothek der toten Bücher finden – einem Ort, an dem Geschichten aufbewahrt werden, die vergessen oder auch nie veröffentlicht wurden. Das Jugendbuch ist in sich abgeschlossen, eine Mischung aus Krimi, Fantasy-Roman und schwuler Liebesgeschichte. Er behandelt jedoch auch andere emotionale Themen wie etwa: Wie nähert man sich seiner Mutter wieder an, die einen als Kleinkind verlassen hat, um Schauspielerin zu werden, und jetzt wieder Kontakt will. Und wie geht man damit um, wenn man unschöne Dinge über Menschen erfährt, die einem sehr wichtig sind.

Welche Bücher sind von dir bereits erschienen?
Das eben erwähnte ist mein sechster veröffentlichter Roman. Bisher erschienen sind ROWAN & ASH – ein Fantasyabenteuer in einer mittelalterlichen Welt, das im Grunde genommen eine Coming Out-Geschichte erzählt; meine ELEKTRA-Dilogie, in der ein Klon den Platz ihres Originals einnimmt und in dem es auch darum geht, was es bedeutet, menschlich zu sein. Und die ersten beiden Teile meiner HEXENWALD-CHRONIKEN, Märchenfantasy für Erwachsene. Im Mittelpunkt stehen „Schneeweißchen“ und „Rosenrot“, bei mir keine Schwestern, sondern ein lesbisches Dämonenjägerinnen-Paar, das sich daran macht, den Geist der Hänsel und Gretel-Hexe zu exorzieren (in ROSEN & KNOCHEN) und im Sequel (PALAST AUS GOLD UND TRÄNEN) ins fantastische Zarenreich und die Wälder der Baba Yaga reist.

Woran arbeitest/schreibst du gerade?
Vor einiger Zeit habe ich die Arbeit an meiner Rumpelstilzchen-Adaption SCHATTENGOLD beendet, die im Dezember 2022 im PIPER-Verlag erscheinen wird. Zur Zeit arbeite ich an einem Exposé für ein weiteres Jugendbuch sowie dem dritten und abschließenden Teil meiner HEXENWALD-CHRONIKEN.

Was ist die schönste Rückmeldung eines/einer Leser.in gewesen, die du bekommen hast?
Da gab es wirklich einige, und dafür bin ich sehr dankbar.
Eine der schönsten war die Rückmeldung einer jungen homosexuellen Person, die mir geschrieben hat, wie heilsam es für sie war und wie glücklich sie es gemacht hat, die Coming Out-Geschichte von Rowan zu lesen. Das hat mich schon sehr berührt.


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